Reihenerkennung und Zinkensteuerung für den Air-Flow Original-Striegel
Sanft auf der Reihe.
Kräftig dazwischen.
Eine Kamera erkennt die Kulturreihen, und jeder einzelne Zinken des Air-Flow Striegels schaltet zwischen zwei Drücken um: wenig Druck auf der Kulturreihe, viel Druck zwischen den Reihen. So lässt sich früh und mit hoher Flächenleistung striegeln, ohne die Kultur zu beschädigen.
- 0,5 kgZinkendruck auf der Reihe
- 5 kgzwischen den Reihen
- bis 15 km/hArbeitsgeschwindigkeit
- 1,5–15 mArbeitsbreite
Beispielwerte; Zinkendruck auf und zwischen den Reihen stufenlos einstellbar.
Aus der Praxis entstanden
Der LOCATOR wurde vom Biolandwirt Albert Neumann aus Zurndorf im Burgenland und dem IT-Techniker Andreas Schneemayer entwickelt, auf Basis des Air-Flow Striegels von Hatzenbichler. Neumann bewirtschaftet einen Bio-Ackerbaubetrieb mit Weizen, Mais und Soja als Hauptkulturen.
Seine Erfahrung: Die am Markt erhältlichen Kamerasysteme zur mechanischen Beikrautregulierung erkennen die Kulturreihen bei starkem Unkrautdruck nicht zuverlässig genug. Seine Anforderung war daher, jeden Zinken einzeln und selbsttätig anzusteuern, mit einem Druck für die Reihe und einem für den Bereich dazwischen.
Die ersten Versuche liefen in der Garage: ein Holzrahmen, der ein Striegelfeld nachbildet, mit einzeln geschalteten Zinken, Kamera und eigener Software. Das überzeugte die Techniker von Hatzenbichler, die für die Weiterentwicklung einen 3 m breiten Air-Flow bereitstellten. Getestet wurde zunächst im Stand, über einem umlaufenden Band mit aufgedruckten Pflanzenreihen. Danach baute Neumann in Abstimmung mit Hatzenbichler seinen eigenen 9-m-Striegel um, mit 288 einzeln geschalteten Zinken.
Heute entwickelt die Locator GmbH Erkennung und Steuerung und liefert das System an Hatzenbichler. Dort wird es ab Werk auf den Air-Flow aufgebaut, und Hatzenbichler verkauft das komplette Gerät.
Nach LANDWIRT, „Hatzenbichler Air-Flow Locator: Auf dem Weg zum KI-Striegel“, 9. Juli 2025, und dem Video „KI Striegel im Kommen“.
So funktioniert der LOCATOR
- 1
Reihen erkennen
Eine Industriekamera mittig unter dem Dreipunktturm nimmt mehrmals pro Sekunde den Boden auf. Ein kleiner Rechner erkennt darin die Kulturreihen und schließt daraus auf die ganze Arbeitsbreite. Ein selbst entwickelter Blitz sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung, auch bei Nacht.
- 2
Virtueller Lenkrahmen
Statt eines mechanischen Verschieberahmens gleicht der LOCATOR den seitlichen Versatz rein elektronisch aus, etwa bei Abdrift am Hang oder kleinen Fahrfehlern: Die benachbarten Zinken übernehmen, die Reihe bleibt unter dem leichten Druck. Das klappt auch ohne GPS-Lenkung. Reihenabstand, Bandbreite und Versatz stellt man am Tablet ein, ganz ohne Umbau; auch unregelmäßige Reihenabstände sind möglich, etwa in der Saatmaisvermehrung.
- 3
Jeder Zinken einzeln
Jeder Zinken wird über einen eigenen Pneumatikzylinder gefedert und schaltet zwischen zwei stufenlos einstellbaren Drücken um: gering auf der Pflanzenreihe, hoch zwischen den Reihen. Je Zinkenbalken sitzt dafür eine Ventilinsel mit acht Magnetventilen, zu jedem Zylinder führt ein Schlauch im Rahmenrohr.
Voraussetzung ist ein Striegel, dessen Zinken sich einzeln ansteuern lassen – das kann der Air-Flow.
Früher striegeln
Striegeln ist schon im Keimblattstadium möglich und bleibt es bis in spätere Entwicklungsstadien.
Mehr Fläche
Höhere Flächenleistung und Einsparung von Hackdurchgängen.
Kultur schonen
Die Reihe wird nur mit geringem Druck bearbeitet, der Bereich dazwischen kräftig.
Im Praxiseinsatz
Albert Neumann setzt den LOCATOR auf dem eigenen Betrieb ein, zum Zeitpunkt des Videos auf rund 650 Hektar: in Zuckerrüben, Kürbis, Zwiebeln, Kraut und Erdäpfeln, bisher ohne eine Kultur, in der es nicht funktioniert hätte.
- Etwa doppelt so schnell wie mit einem herkömmlichen Exaktstriegel, weil die Kultur nur wenig Druck abbekommt: in jungem Mais oder Soja 30 bis 40 ha am Tag, bei 10 bis 15 cm Bestandshöhe bis zu 80 ha
- Sehr früh im Entwicklungsstadium der Kultur einsetzbar
- Hackwirkung im Getreide: In Weizen mit 25 cm Reihenabstand lockert das kräftige Striegeln zwischen den Reihen den Boden und macht Stickstoff verfügbar
- Hackschare auf den Striegelzinken sind in Erprobung, um auch Wurzelunkräuter zu erfassen
Angaben nach LANDWIRT bio 4/2025 und dem Video „KI Striegel im Kommen“.
Erfahrungen aus dem Einsatz
- Einstellen: Zwischen den Reihen viel Druck, auf leichten Sandböden reicht weniger. Auf der Reihe mit null beginnen und Druck und Geschwindigkeit nach den ersten Metern langsam steigern.
- Sä- und Striegelbreite abstimmen wie bei einem Hackgerät. Passen sie nicht zusammen, steuern zwei Kameras die beiden Maschinenhälften unabhängig.
- Fahrtrichtung: Gefahren wird entlang der Reihen, weil die Kamera ihren Verlauf erkennen muss; diagonal oder quer geht nicht.
- Grenzen: Die Wirkung einer Fingerhacke ersetzt der Striegel nicht; bei Wurzelunkräutern kann eine Hacke nötig bleiben.
Air-Flow Striegel mit LOCATOR-Technologie
KI Striegel im Kommen
Die Videos werden erst beim Abspielen von YouTube geladen; dabei werden Daten an Google übertragen (Datenschutz).
Der Air-Flow Original-Striegel
Grundlage ist das patentierte Zinkenfedersystem von Hatzenbichler: Jeder Zinken wird über einen Pneumatikzylinder gefedert. Schon 30 mm Federweg genügen, damit der Zinken um 45° ausfedert. Ein Proportionaldruckregler spannt die Zylinder in Schritten von 0,1 bar bis maximal 6 bar vor. Die Druckluft kommt aus der Druckluftbremsanlage des Schleppers.
- Zinkendruck stufenlos vom Eigengewicht bis 5.000 g, gleichbleibend über den Federweg
- Zinkenwinkel 55° bis 128° einstellbar, unabhängig vom Druck
- Durchgangshöhe 590 mm, auch für höhere Kulturen
- 1,5-m-Felder mit 25 mm Zinkenabstand, Zinkenstärke 7 mm
- Gefertigt in Österreich
Bedienung am Tablet oder Smartphone
Die Oberfläche läuft im Browser, ohne App. Sie zeigt das Kamerabild an der richtigen Stelle der Maschine, jedes Ventil und die Reihen, hell oder dunkel, auf Deutsch oder Englisch.



- Automatik, Ein, Aus – ein Fingertipp
- Locatordruck direkt in der Betriebsansicht
- Kamerahöhe automatisch über einen Abstandssensor
- Mehrere Kameras für große Arbeitsbreiten, bedient über eine einzige Oberfläche
- Ohne Internet einsatzbereit, kein GPS- oder Mobilfunkempfang nötig; mit Verbindung (z. B. Hotspot am Smartphone) gibt es Updates und Fernwartung
- Hinweise in der Kopfzeile, wenn etwas nicht stimmt
- Software-Update per Knopfdruck
- Fernwartung: vom Bediener selbst ein- und ausschaltbar
Technische Daten Air-Flow
| Arbeitsbreite | Felder | Ausführung | Räder | Gewicht (kg) | Leistungsbedarf |
|---|---|---|---|---|---|
| 1,5 m | 1 × 1,5 m | starr | 2 | 240–260 | 9 kW / 13 PS |
| 3,0 m | 2 × 1,5 m | starr | 2 | 390–410 | 18 kW / 25 PS |
| 4,5 m | 3 × 1,5 m | hydraulisch klappbar | 2 | 580–620 | 18 kW / 25 PS |
| 6,0 m | 4 × 1,5 m | hydraulisch klappbar | 2 | 730–770 | 37 kW / 50 PS |
| 7,5 m | 5 × 1,5 m | hydraulisch klappbar | 4 | 1.000–1.060 | 44 kW / 60 PS |
| 9,0 m | 6 × 1,5 m | hydraulisch klappbar | 4 | 1.180–1.260 | 60 kW / 80 PS |
| 9,0 m | 6 × 1,5 m | Scherklappung | 4 | 1.460–1.550 | 60 kW / 80 PS |
| 10,5 m | 7 × 1,5 m | Scherklappung | 4 | 1.630–1.730 | 74 kW / 100 PS |
| 12,0 m | 8 × 1,5 m | Scherklappung | 4 | 1.780–1.900 | 74 kW / 100 PS |
| 13,5 m | 9 × 1,5 m | Scherklappung | 4 | 1.980–2.100 | 74 kW / 100 PS |
| 15,0 m | 10 × 1,5 m | Scherklappung, Transporthöhe über 3 m | 4 | 2.490–2.650 | 110 kW / 150 PS |
Quelle: Hatzenbichler, Produktseite Air-Flow Original-Striegel. Zinkenstärke durchgehend 7 mm. Serienausstattung u. a. 3-Punkt-Anhängung, komplette Pneumatik, Zentralrohrrahmen, höhenverstellbare kugelgelagerte Stützräder; optional ISOBUS (Backpack Controller) und Monitore 5", 5,6" und 8,4".
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Kontakt
Locator GmbHKittseerstraße 10
2474 Gattendorf, Österreich
Mobil: +43 699 81245114
E-Mail: office@croplocator.com
Fragen zum LOCATOR-System beantworten wir gerne. Das komplette Gerät, Vorführungen und Preise gibt es bei Hatzenbichler.

